💡 TL;DR: Du fragst dich, ob interne Förderung oder externe Rekrutierung die bessere Wahl ist — oft fehlen klare Skill-Profile und Strukturen. Skill-Adjacency-Mapping bewertet Skill-Nähe, zeigt Entwicklungspfade und hilft dir, kosteneffiziente Personalentscheidungen zu treffen.

Interne Talente fördern oder extern rekrutieren? Eine strategische Entscheidungshilfe für den Mittelstand.

1. Einstieg: Die klassische Dilemmasituation im Recruiting

In der Personalbeschaffung stehst du oft vor der Entscheidung: Solltest du interne Talente fördern oder gezielt extern neues Personal rekrutieren? Diese Frage lässt sich durch das Skill-Adjacency-Mapping beantwortet. Diese Methode bewertet Anpassungs- und Trainingskosten, um fundierte Personalentscheidungen zu erleichtern und die Mitarbeiterbindung zu stärken.

2. Was ist Skill-Adjacency-Mapping?

Definition und Relevanz

Skill-Adjacency-Mapping betrachtet die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen nicht nur binär, sondern bewertet die Nähe zu den benötigten Qualifikationen. Besonders im Mittelstand, wo Ressourcen für Rekrutierungen begrenzt sind, kann dieses Konzept entscheidende Vorteile bieten. Durch den dynamischen Skill-Blick lässt sich mehr aus bestehenden Teams herausholen.

Von binären Betrachtungen zu einem dynamischen Skill-Blickwechsel

Die Fähigkeit von Mitarbeiter:innen sollten nicht als schwarz oder weiß betrachtet werden. Entscheidend ist zu erkennen, wie sie sich zu den gewünschten Skills entwickeln können.

Dateneinbindung

Nach Cornerstone People Research Lab zeigt sich, dass Unternehmen durch gezieltes Upskilling ihre Mitarbeiterbindung erheblich stärken und langfristige Vorteile im Teamaufbau realisieren können. Eine Studie der Masterplan und Quadriga Hochschule Berlin bestätigt, dass Upskilling in vielen Fällen kosteneffizienter ist als Neueinstellungen und entsprechend langfristige Vorteile für den Teamaufbau bietet.

3. Ursachen & Herausforderungen bei interner Besetzung

Ursachen

Interne Besetzungen scheitern oft an unklaren Kompetenzprofilen. Viele Talente im Unternehmen bleiben unentdeckt, weil ihre Potenziale nicht richtig erfasst werden.

Herausforderungen

Zeitdruck und fehlende Strukturen stellen Hürden dar, wenn Unternehmen von schnellen Entscheidungen auf strategisches Skill-Management umstellen. Nach Mercer Global Talent Trends sind nur zwölf Prozent der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Lage, die Fähigkeiten zu beurteilen, über die ihre Belegschaft verfügt und welche noch entwickelt werden müssen.

4. Auswirkungen der Entscheidung: intern vs. extern

Vor- und Nachteile von externer Rekrutierung und internem Upskilling im Vergleich

Externe Rekrutierungen bringen neue Perspektiven, jedoch auch versteckte Kosten mit sich. Studien der Society for Human Resources Management (SHRM) zeigen, dass es durchschnittlich rund $4,700 kostet, um einen neuen Mitarbeitenden einzustellen, während Upskilling bestehender Talente typischerweise kosteneffizienter ausfällt. Upskilling stärkt die Unternehmenskultur und fördert die Loyalität, obwohl es initial mehr Anstrengungen erfordert.

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Personalentwicklung zwischen KI & Individualisierung: Was zählt wirklich? (mit Max Höldl)

Die versteckten Kosten in der externen Rekrutierung

Externe Neuzugänge können hohe Onboardingkosten verursachen, was sowohl Zeit als auch finanzielle Ressourcen beansprucht. Laut Deloitte zeigen Organisationen, die systematisch in interne Mobilität investieren, signifikante Einsparungen bei externen Rekrutierungskosten und verbesserte Bindungsquoten.

5. Die Lösung: Skill-Adjacency-Matrix zur Entscheidungsfindung

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung der Matrix

1. Analyse vorhandener Kompetenzprofile: Erfassen, welche Skills bereits vorhanden sind.

2. Erkennung von Skill-Nähe und Entwicklungspotenzialen: Identifizieren von Mitarbeitenden, die sich nahe an den benötigten Qualifikationen befinden.

Tool-Einsatz

Talent-Management-Systeme und Skill-Mapping-Tools unterstützen dabei, eine klare Matrix aus bestehenden Daten zu erstellen und strategische Entscheidungen leichter zu treffen. Diese Systeme nutzen KI-gestützte Analysen, um interne Talente zu identifizieren und passende Entwicklungspfade aufzuzeigen.

6. Praxis-Use Case: Intern besetzen mit Pilotprogramm

Konkretes Beispiel

Cisco hat mit einem Skills-Mapping-Projekt demonstriert, wie durch systematische Erkennung von benachbarten Fähigkeiten und gezielte interne Mobilität Besetzungszeiten verkürzt und die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden kann. Das Unternehmen ordnete seine 3.000+ Stellenprofile über 200 marktgerechten Jobrollen zu und identifizierte jeweils 20–25 kritische Skills pro Role – ein Ansatz, der es ermöglicht, interne Talente effektiv zu entwickeln.

Zeit- und Kostenrechnung

Die langfristige Effizienz der internen Förderung verringert Fluktuation und stärkt die Unternehmenskultur. Nach Gloat Research zur internen Talent-Marketplace berichten Unternehmen von Einsparungen von bis zu $21 Millionen durch verbesserte interne Mobilität und verringerte externe Rekrutierungskosten.

Klein anfangen – Groß profitieren

Mit einem schrittweisen Ansatz in der Einführung des Skill-Adjacency-Mappings lassen sich Erfolge besser realisieren und Widerstände minimieren.

7. Abschluss: Reflexion und Handlungsempfehlung

Reflexionsfrage

Welche Potentiale stecken in deinem Team, die nur darauf warten, entdeckt und gefördert zu werden?

Handlungsimpuls

Skill-Adjacency-Mapping könnte der Schlüssel sein, um interne Ressourcen für nachhaltiges Unternehmenswachstum zu nutzen.

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